Dem Schweizer Tourismussektor sollte es in diesem Jahr besser ergehen. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) erwartet, dass die Logiernächtezahl nur um 13% unter dem Niveau von 2019 liegen wird. Zur Erinnerung: 2020 war die Zahl um 40% eingebrochen.
Der Tourismus gehört zu den Branchen, die besonders stark von den Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie betroffen waren. Die Zahl der Logiernächte ging im Sommer 2020 gegenüber 2019 um 9 Millionen zurück. Dies ist darauf zurückzuführen, dass aus Europa 54% weniger Gäste kamen und aus weiter entfernten Regionen 96% weniger. Teilweise kann dieser Rückgang durch eine Zunahme der inländischen Touristinnen und Touristen um 6,4% (+630’000) kompensiert werden.
Die Zahl der Konkurse in diesem Sektor konnte 2020 dank der vom Bundesrat beschlossenen Hilfsmassnahmen begrenzt werden. Anfang 2021 war die Zahl der Konkursverfahren in der Hotellerie in allen Tourismusregionen noch deutlich geringer als vor der Krise.
Die KOF ist relativ optimistisch im Hinblick auf die mittelfristigen Zukunftsaussichten der Branche. Der Fortschritt der Impfkampagne in der Schweiz und weltweit dürfte es der Branche ermöglichen, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. In der Sommersaison wird es voraussichtlich zu einer Rückkehr der europäischen Gäste und zu einer Zunahme des Inlandstourismus kommen. Die Zahl der Fernreisenden dürfte das Vorkrisenniveau hingegen erst 2023 wieder erreichen.
Der Schweizer Tourismus wird sich jedoch laut der KOF an strukturelle Veränderungen anpassen müssen. Die Pandemie hat die Gewohnheiten erheblich verändert. Geschäftsreisen wurden durch Online-Veranstaltungen ersetzt. In der Folge wird die Zahl der Logiernächte in den städtischen Gebieten nachhaltig sinken.